Aus dem Kreistag:
Dramatische Haushaltsentwicklung
beim Rhein-Neckar-Kreis
In der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Kreistags Anfang Oktober wurde wie üblich über die aktuelle Haushaltsentwicklung informiert. Und diese ist – man kann es nicht anders sagen – dramatisch.
Prognostizierte man im Haushaltsplan 2026 ein positives Gesamtergebnis von 9,4 Millionen €, gehen die Hochrechnungen der Kreisverwaltung nun von einem Defizit von 7,4 Millionen € aus.
Damit nicht genug: statt 13,6 Millionen € liquide Mittel wie im Haushalt angenommen wird die Kreiskasse zum Jahresende wohl um knapp 13 Millionen € überzogen sein.
Die sogenannte Mindestliquidität würde damit um nahezu 30 Millionen € verfehlt.
Ursache für diese Entwicklung sind stark steigende Sozialleistungen. Insbesondere die Eingliederungshilfe, die Hilfe zur Pflege und die Jugendhilfe kenne seit Jahren nur eine Richtung: steil nach oben!
Vor fast genau zehn Jahren verabschiedete der Bundestag zum Beispiel das so genannte Bundesteilhabegesetz. Es sah für Menschen mit Behinderung einen Systemwechsel vor. Die Eingliederungshilfe wurde aus der Sozialhilfe herausgelöst und mehr individuelle Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung verankert.
Inzwischen hat sich die Lebenssituation für behinderte Menschen erfreulicherweise spürbar verbessert.
Allerdings ist diese Reform auch zu einem der größten Kostentreiber der Stadt- und Landkreise geworden: Denn wie so oft hat der Bund „vergessen“, auch die erforderlichen Gelder zur Finanzierung der Eingliederungshilfe zur Verfügung zu stellen. Einmal wurde das Konnexitätsprinzip – wer bestellt, bezahlt – mit Füßen getreten.
Die Ausgaben für die Eingliederungshilfe haben sich bundesweit in den vergangenen zehn Jahren von 15 auf rund 30 Milliarden € verdoppelt.
In Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen konnte diese Ausgabenlast noch getragen werden. Doch in den letzten drei Jahren der Wirtschaftskrise haben die hohen und ständig weiter steigenden Sozialausgaben den Rhein-Neckar-Kreis längst eingeholt und stürzen ihn in eine Haushaltskrise.
Was hat dies alles mit unserer Gemeinde Ilvesheim zu tun?
Die Landkreisordnung verpflichtet den Rhein-Neckar-Kreis, Haushaltsdefizite über die sogenannte Kreisumlage auszugleichen.
Die Kreisumlage ist von den Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis zu zahlen und damit betreffen die steigenden Sozialleistungen mittelbar auch Ilvesheim.
In diesem Jahr beträgt die Kreisumlage, die auf unsere Gemeinde entfällt, bereits gut 5,3 Millionen €, weitere Steigerungen würden sich in unserem Haushalt für 2027 deutlich negativ bemerkbar machen.
An diesem Dienstag – nach Redaktionsschluss für das Mitteilungsblatt – hat Landrat Manuel Just den Haushaltsplanentwurf des Landkreises für 2027 in den Kreistag eingebracht. Was die Kreisumlage angeht, konnte man in Anbetracht der Entwicklung der Kreisfinanzen leider nicht mit positiven Nachrichten für die Kreiskommunen rechnen.
In Kürze hier dazu mehr…..
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